Die Lommatzscher Bürgermeisterin hat Recht, wenn sie sagt, man müsse doch erst einmal alles denken können. Auch beim Thema Windkraft. Nur leider handeln andere dann längst. Und schaffen mit Planern und Anwälten Fakten gegen die Bürger. Gerade wegen der bewusst offen gelassenen Gesetzeslage in Sachsen. Nicht zu vergessen die Art der Werbefeldzüge wie sie seit Monaten im Großenhainer Norden ablaufen, um von den Flächeneigentümern Unterschriften zu bekommen. Mancher hat sein Land sicher auch gern angeboten – egal was der Nachbar sagt. Die vernünftige Abwägungen aller Interessen, die gerechte Verteilung der Lasten ist eine lobenswerte wie lebensferne Idee. Dass man den Menschen jetzt weismachen will, sie müssten sich um die regenerativen Energien verdient machen und dafür akzeptieren, dass Tabus zum Wohle aller fallen, ist blanke Augenwischerei. Sachsen braucht endlich klare gesetzliche Vorgaben, die mit der Technik mithalten – und die müssen für alle Bürger gelten.

Birgit Ulbricht

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Donnerstag, 12. April 2012