Zschorna/Meißen. Innenminister Markus Ulbig diskutierte am Dienstagabend in Meißen öffentlichen über den Landesentwicklungsplan 2012. Bürger aus Tauscha, Rödern und Strauch nahmen daran teil, um kritische Fragen zu geplanten Windpark-Projekten zu stellen.

Ulbig erläuterte vor etwa 80 Zuhörern in der Verwaltungs-Fachhochschule den Entwurf und vertiefte das Thema erneuerbare Energien: Sachsen will den Anteil an grünem Strom an der Stromproduktion auf 33 Prozent erhöhen – vor allem mit Windkraft an konzentrierten Standorten. Ulbig betonte, die Auswahl der Flächen dafür soll verträglich für Mensch und Natur erfolgen. Genau diese Vorgaben des Ministers griff der Tauschaer Gemeinderat Ralf Gretsch in der Diskussion auf . Er legte dar, dass der geplante Windpark mit 17 Anlagen von 190 Metern Höhe in der Rödernschen Heide Ulbigs Ansprüche nicht erfüllt. Der Standort befindet sich in unmittelbarer Nähe eines Vogelschutzgebietes und der Naherholungzentren Brettmühlenteich und Stausee Radeburg.

Henry Thielsch-Sachse mahnte als betroffener Hausbesitzer die Einhaltung von 1500 Metern Abstand zur Wohnbebauung an: „Sollten das nicht berücksichtigt werden, gehe ich mit juristischen Mitteln bis zur höchsten Instanz gegen das Bauprojekt vor.“ Die WHO empfiehlt 2000 Meter Abstand.

Die Bürger aus Strauch forderten mehr Transparenz im Planungsverfahren und den Schutz der Privatsphäre der Grundstücksbesitzer. In den vergangenen Monaten kam es mehrfach vor, dass Windkraftanlagen-Betreiber Immobilieneigentümer bedrängten, Land zu verkaufen. (lu)

Quelle: Sächsische Zeitung Freitag, 9. März 2012