Nach der Wende 1990 verließen viele Menschen die Region um Rödern , Radeburg und Tauscha , um woanders neue Arbeit zu finden und sich ein Leben aufzubauen. Wer heute zu Besuch kommt, reibt sich verwundert die Augen, wie sich die Gemeinden aufgerappelt haben.
Die Bürger haben nach dem Wegfall vieler Industriearbeitsplätze aus der Not eine Tugend gemacht und sich auf die verbleibenden Ressourcen besonnen, – Ihre Gastfreundlichkeit und eine wundervolle Natur. Der einmaligen Röderaue folgen die stillen Wälder der Rödernschen Heide, darin eingebettet die Zschornaer und Kleinnaundorfer Teichkette. teich Diese beherbergt ein einmaliges Vogelschutzgebiet von europäischem Rang.

Alle waren sich einig, dass sich daraus etwas machen ließe und so flossen Fördergelder aus dem LEADER II Programm in die Region, um dieser eine zweite Chance zu geben. In jahrelanger Arbeit wurden Touristikkonzepte, Wanderrouten, Reitwegenetze geschaffen. Der Erfolg stellte sich alsbald ein. Um die Rödernsche Heide herum, gibt es heute eine gute Gastronomie und Hotellerie, ein Naherholungszentrum, zwei Campingplätze, Reiterhöfe, einen Fischereibetrieb und ein Ausflugslokal. Mit diesen Standortsfaktoren werben die Gemeinden bis heute um den Zuzug von Neubürgern. „In Dresden Arbeiten und im Grünen Wohnen“ lautete das Erfolgskonzept.

Es waren meist Familien mit Kindern die kamen, um einen verlassenen Dreiseithof mit Leben zu füllen oder neu zu bauen. Dadurch konnten sich Handel und Gewerbe stabilisieren, zudem konnten so Schulstandorte und Kindertagesstätten erhalten werden.

Dieser Trend könnte sich nun allerdings bald umkehren und das Wort Energiewende erhält somit eine ganz neue Bedeutung.
Am 28.03.12 soll der Regionale Planungsverband die Teilfortschreibung des Regionalplanes für die Windenergienutzung beschließen. Der sieht vor, im Gebiet der Rödernschen Heide mindestens 17 Windkraftanlagen aufzustellen, davon 14 Stück im Wald. Die Standardanlage für die Stromgewinnung über Wald ist 160 m hoch, mit einer Gesamthöhe von 210 m inklusive Windrad. Für das Vorhaben müssen zwischen 8 – 10 ha kahlgeschlagen werden, welche dann auch dauerhaft entwaldet bleiben. Dazu kommen weitere Flächen für Stromtrassen, und Flächen, welche zumindest für die Zeit des Baus kahlgeschlagen werden müssen.

Ist der Windpark erst am Netz, haben wir vor Ort folgende Bedingungen :
Wir finden am Windrad eine Lärmbelastung durch Rotorflügel –, Antriebs – und Windgeräuschen von ca.120 Dezibel (A) (wird nicht am Autobahnrand erreicht). Ebenfalls senden Windkraftanlagen Infraschall aus, welcher große Entfernungen überbrückt. Beide Schallarten machen krank. Dazu kommt Schlagschattenbildung, der jahreszeitlich unterschiedlich bis 1000m lang sein kann und der Discoeffekt.

An der Stelle stellen sich dem Bürger einige Fragen: Wer wird sich in solch einem Wald noch erholen wollen? Was wird aus unserem Vogelschutzgebiet? Wer wird in Zukunft rund um die Rödernsche Heide noch wohnen wollen? Was wird aus allen Betrieben werden, die bisher so ihr Auskommen hatten? Wieso wird eine waldarme Gegend, welche man 20 Jahre mühsam entwickelt hat, jetzt zum Abschuß freigegeben? Gibt es keine Alternativflächen?

Auf einige dieser Fragen und ihre Hintergründe können wir Ihnen jetzt schon eine Antwort geben. Auch wie wir uns gegen dieses Vorhaben wehren wollen. Jeder von Ihnen kann seinen Beitrag leisten! Jede Stimme zählt!

Wie sagte der Sachse Erich Kästner: Es gibt nichts Gutes , außer man tut es!

Was kann ich tun?