Im Entwurf festgeschrieben

Juni 2016
Der Regionale Planungsverband (RPV) hat die Katze aus dem Sack gelassen: Die Rödernsche Heide ist als Vorranggebiet für die Windkraftnutzung im Vorentwurf des neuen Regionalplanes festgeschrieben. Unsere Heide ist damit das erste Waldgebiet in Sachsen, wo hektarweise Bäume für Windräder gerodet werden sollen.
Es ist ein Jammer. Der Wahnsinn nimmt kein Ende!
Der RPV ignoriert mit dieser Planung eine Stellungnahme und Beschlüsse des Kreistages. Zur Erinnerung: Im Herbst 2015 hatte das Parlament ausdrücklich gemahnt, in der Rödernschen Heide keine Vorrangflächen für Windräder auszuweisen. Zudem sprachen sich die Kreisräte mehrheitlich für die Anwendung der 10H-Regel (Abstand Windrad zu Wohnbebauung = 10xHöhe Windrad) aus.
Himmel! Und nun dieser Vorentwurf, der nichts davon berücksichtigt hat. Da fragt man sich doch: Welchen Wert haben heute parlamentarische Beschlüsse und das Wort des Landrates eigentlich?
Und weil wir schon beim Fragen sind: Liebe Frau Bürgermeisterin Fehrmann aus Ebersbach, wann ist endlich die von Ihnen angekündigte „gegebene Zeit“ uns betroffene Bürger und alle Anrainer zu informieren, welche Ziele und Projekte Sie in der Rödernschen Heide vorantreiben?
Wir ziehen als Bürgerinitiative unsere Schlüsse aus dem eigensinnigen Agieren des Verbandes und der Politiker. Ab sofort „fahren“ wir nur noch zweigleisig. Wir führen weiterhin Gespräche mit den politischen Akteuren und bereiten uns parallel dazu auf langwierige juristische Auseinandersetzungen vor.
Bereits vor Monaten haben wir entsprechende Kontakte zu renommierten Rechtsanwaltskanzleien geknüpft und Strategien sondiert und erörtert, wie wir uns aktiv am Genehmigungsverfahren beteiligen können.
Kein Windpark in der Rödernschen Heide! Mit der Reduzierung der geplanten Flächen geben wir uns nicht zufrieden.

Wer ist hier der Spielverderber?

Mai 2016
„Schraps hat den Hut verloren!“ Erinnern Sie sich noch an dieses lustige Kinderspiel? Falls nicht, es ist ganz einfach. Jeder Mitspieler bekommt eine Nummer zugeordnet. Dann sagt Schraps: „Schraps hat den Hut verloren – drei hat ihn!“ Darauf muss der Spieler Nr. 3 schnell antworten: „Drei hat ihn nicht – eins hat ihn!“. Und so weiter… Wer es verpennt zu antworten oder sich verhaspelt, der hat verloren. Das Spiel ist ein Gaudi – für Klein und Groß. Alle Leute sind gern dabei. Am aller-, allerliebsten spielen aber Politiker „Schraps hat den Hut verloren!“. Das können wir Ihnen hier eidesstattlich versichern.
Sicherlich, die Politiker haben die Schraps-Spielregeln leicht verändert und an ihre Sphären angepasst. Die Spiel-Idee ist jedoch die gleiche, davon konnten wir uns hinreichend überzeugen. Seit über vier Jahren dürfen wir uns als Bürgerinitiative an Spielrunden beteiligen! Zugegeben, zuerst war uns gar nicht bewusst, dass wir an einem Game teilnehmen. Mittlerweile steht das aber außer Frage.
Und das kam so. Weil wir gegen die Ausweisung von Vorrangflächen für einen Windpark in der Rödernschen Heide kämpfen, suchen wir stetig das Gespräch mit den politischen Entscheidungsträgern. Auf der kommunalen Ebene liegen die Karten auf dem Tisch. Die Ebersbacher Bürgermeisterin Margot Fehrmann will, dass der Wald abgeholzt wird, damit dort Windräder den Horizont zerschneiden können. Chaotisch wird es, ab der Ebene darüber. Die Chefs des Regionalen Planungsverbandes (RPV) waschen ihre Hände in Unschuld, denn sie bekommen ihre „Befehle“ von den Verbandsräten und der Regierung Sachsens in Form von Auflagen und Verordnungen. Die Verbandsräte wiederum sagen, dass sie das Abnicken müssen, was der RPV ihnen vorlegt.
Fragt man Landtagsabgeordnete, warum Sie als gewählte Volksvertreter zulassen, dass die sächsische Regierung eine so irrsinnige Windkraft-Politik betreibt, hört man: „Darauf haben wir keinen Einfluss. Das sind die Vorgaben des Bundes.“ Sächsische CDU-Abgeordnete des Bundestages weisen wiederum auch jede Schuld weit von sich. Begründung: Wir haben nicht zu verantworten, was im Freistaat beschlossen wird.
Das Spiel ist damit aber noch nicht zu Ende! Die Spitzen der Sachsen-CDU schieben zudem jede Kritik zum neuen sächsischen Windenergie-Erlass beiseite. Ihr Abwehrargument: Diesen Erlass hat das SPD-geführte Wirtschaftsministerium herausgegeben.
„Schraps hat den Hut verloren!“
Wer ist hier der Spielmaster? Wer bestimmt in Sachsen, welche Politik gemacht wird? Wer hat in der schwarz-roten Regierung die Hosen an? Wer sagt da, wo es lang geht? Wofür stehen die Christdemokraten im ländlichen Raum? Fragen über Fragen – wir werden nicht aufhören nachzuhacken. Diese „Schraps“-Variation ist zwar gar nicht lustig, aber wir bleiben im Spiel. Auch auf die Gefahr hin, dass uns einige Spielverderber nennen…

Offener Brief an Landtagsabgeordneten

April 2016
An dieser Stelle veröffentlichen wir einen offenen Brief an Sebastian Fischer. Der CDU-Politiker soll als Abgeordneter im sächsischen Landtag die Interessen der Menschen aus dem Großenhainer Land vertreten. Lesen Sie hier den vollständigen Brief im Wortlaut:
Offener Brief den Landtagsabgeordneten Sebastian Fischer

Unsere Heide soll keine Windkrafthölle werden!

April 2016
„Windkrafthölle“: Es sind verzweifelte Menschen in Schleswig Holstein, die so von ihrer Heimat Dithmarschen sprechen. Diese Menschen werden ihres Lebens nicht mehr froh, seit Windkraftanlagen in der Nähe ihrer Häuser und Höfe stehen. Sie klagen über Schlafstörungen, Herzrasen, Atemnot, Tinnitus und chronische Kopfschmerzen. Ihr Leiden begann mit der Inbetriebnahme der Windräder. Die Männer und Frauen sind Schall-Opfer. Ihre Gesundheit ruiniert vor allem der unhörbare, tiefenfrequente Infraschall, den die Windkraftanlagen tagein tagaus erzeugen. Diese Menschen hadern mit ihrem Schicksal. Sie fühlen sich nicht nur um ihr Wohlbefinden und ihren Lebenstraum betrogen. Ihre Häuser, Grundstücke und damit ihre Altersvorsorge sind auch noch im Wert ins Bodenlose gefallen.
Wer die vielen, vielen Berichte der Schall-Opfer (im Internet auf der Seite www.opfer.windwahn.de) hört und liest, ist erst tief betroffen und dann maßlos empört. Es ist belegt, dass Windkraftanlagen (WKA) Schallwellen im Bereich von 1 bis 20 Hz (Infraschall) abgeben, die selbst in zehn Kilometer Entfernung in einem Gebäude noch Druckpegel von 50 dB erreichen können! Da fragt man sich doch: Welcher Politiker kann mit reinem Gewissen zulassen, dass Menschen solchen Gefahren ausgesetzt werden? Welche Volksvertreter und Amtspersonen besitzen die Kaltblütigkeit angesichts solcher Erfahrungsberichte einen Windpark im Gemeindegebiet zu befürworten?
Zur Erinnerung die Fakten: Der Gemeinderat Ebersbach hat beim Regionalen Planungsverband nachgefragt, ob man Flächen für Windräder in der Rödernschen Heide ausweisen kann.
Radeburg und Tauscha/Thiendorf stellen sich strikt gegen diese Pläne.
Im Dezember will der Regionale Planungsverband entscheiden, ob unsere Heide in den Entwurf des Regionalplanes aufgenommen wird. Der neue sächsische Windenergie-Erlass aus dem SPD-geführten Wirtschaftsministerium erlaubt Abstände zwischen Wohnhäusern und WKA´s von weniger als 750 Metern.
Stoppt den Wahnsinn!
Unsere Heide soll keine Windkrafthölle werden!

Weichen für einen rücksichtslosen Ausbau gestellt

März 2016
Die europäische Flüchtlingskrise ist das beherrschende Thema dieser Wochen und Monate. Ganz Deutschland diskutiert jetzt über Fremdenhass, Willkommenskultur, Asylrecht und Integration. Gut so! Wo sachlich um Meinungen und Positionen gerungen wird, lebt die Demokratie.
Fatal ist dabei nur: Die aktuellen Ereignisse und Krisengipfel lenken davon ab, dass noch andere dringende Probleme in diesem Land gelöst werden müssen. Stichwort: Energiewende!
Ernsthafte politische Debatten um den Ausbau der Windenergie werden in Sachsen fast nicht mehr geführt. Schlimmer noch: Heimlich still und leise stellt man nun die Weichen für einen rücksichtslosen Ausbau der Windenergie.
Der neue sächsische Windenergie-Erlass aus dem SPD-geführten Wirtschaftsministerium dokumentiert das auf erschreckende und ganz und gar menschenverachtende Art und Weise.
Minister Martin Dulig hat der Einführung der 10H-Regelung (Abstand Windrad zu nächster Wohnbebauung = mind. 10 x Höhe des Windrades) endgültig eine Absage erteilt. Per Erlass sind nun Abstände zwischen Wohnhäusern und WKA´s von weniger als 750 Metern in Sachsen erlaubt. Ein generelles Verbot von Windkraft über Wald gibt es künftig auch nicht.
Der Sozialdemokrat rollt den Windmüllern mit dieser Politik einen roten Teppich aus. Er eröffnet dem Ausverkauf unserer Heimat Tür und Tor. Der Erlass ist eine schallende Ohrfeige für die Landbevölkerung. Er schützt die Anrainer von künftigen Windparks weder vor dem Wertverlust ihrer Grundstücke noch vor den Gesundheitsgefahren, die von den Windkraftanlagen ausgehen. Die Landesregierung setzt sich diesem Vorgehen arrogant über den dokumentierten Willen von Bürgern und politischen Vertretungen hinweg. Mehrere sächsische Kreistage haben – wie der Landkreis Meissen auch – die Einführung von „10H“ gefordert!