Leserbrief zum Artikel „Der Windkraftlobby läuft die Zeit weg“ in der Sächsischen Zeitung vom 17./18. 8. 2019

Von Ralph Zimmermann
Grundsätzlich ist es sehr zu begrüßen, dass unser Ministerpräsident derzeit von 2000m Mindestabstand zur Wohnbebauung spricht und das er Windkraft über Wald kategorisch für Sachsen ausschließt. Das ist ein Weg in die richtige Richtung. Angesichts der verheerenden Sturmschäden und der aktuellen Borkenkäferplage im sächsischen Wald, das Gebot der Stunde! Nur die SPD und die Grünen haben den Schuss nicht gehört. Das schürt Besorgnis beim Bürger hinsichtlich möglicher Koalitionen nach der Wahl und sich daraus ergebenden Belastungen für Mensch und Natur.
Denn vor allem trägt die Bevölkerung im ländlichen Raum die Hauptlast der sogenannten Energiewende. Über die massiven negativen Auswirkungen kann sich jeder im Netz informieren oder Mitstreiter der örtlichen Bürgerinitiativen befragen. Windräder sind für unsere Energieversorgung so überflüssig wie ein Kropf. Sie sind Zufallsstromerzeuger und jedes Megawatt installierter Leistung braucht ein konventionelles Pendant. Solange es also nicht die entsprechende Speichertechnik gibt, ist jeder weitere Ausbau verantwortungslos. Dieses Signal kann aber nur aus Berlin kommen. Ebenso das Ende der Privilegierung von Windkraftanlagen im Baurecht und die Abschaffung des EEG.
Den Schutz der Bevölkerung und des Waldes hat die Landes CDU wie oben genannt im Blick. Das ist gut so und ein wichtiges Signal in Richtung Berlin. Allerdings wird sie sich auch an diesem Versprechen messen lassen müssen! Für die CDU dürfte die richtige Antwort auf diese Probleme derzeit existenziell bedeutsam werden. In der großen Stadt gibt es für die CDU nicht viel zu holen. Das Wählerpotenzial liegt schwerpunktmäßig in der Landbevölkerung und nimmt selbst dort kontinuierlich ab. Die letzte Chance also, glaubhaft zu klären wer der Anwalt des ländlichen Raumes ist und für gleiche Lebensbedingungen in Stadt und Land einzutreten. Eine Anbiederung an den grünen Zeitgeist mittels Koalition dürfte vielleicht den Großstadtbewohner zufriedenstellen.
Auf dem Land hätte die CDU damit aber ein dickes Glaubwürdigkeitsproblem – auch für die Zukunft.
Warum der Innenminister derzeit, den vor Wochen vom RPV Oberes Elbtal Osterzgebirge verabschiedeten Regionalplan nach vielen Jahren Planung nicht unterschreibt, war bis zum 22.8. nicht in Erfahrung zu bringen.